“Was kostet eine Website?” ist vermutlich die häufigste Frage, die Agenturen gestellt bekommen. Und die unbefriedigendste Antwort lautet fast immer: “Kommt darauf an.” Das ist nicht falsch, aber auch nicht hilfreich.
In diesem Artikel bekommen Sie konkrete Zahlen: Was kostet ein One-Pager, eine KMU-Website oder ein Online-Shop in der Schweiz im Jahr 2026? Welche Faktoren treiben den Preis? Wo verstecken sich Kosten, die in günstigen Offerten oft fehlen? Und wann lohnt sich DIY, wann die Agentur?
Die kurze Antwort vorweg
Für eine professionell gestaltete Website in der Schweiz müssen Sie mit folgenden Rahmen rechnen:
- One-Pager: CHF 290 bis 800
- Landing Page für Kampagnen: CHF 800 bis 1’500
- KMU-Website mit 5 bis 10 Unterseiten: CHF 1’190 bis 4’500
- Online-Shop (WooCommerce): CHF 2’690 bis 8’000
- Komplexer Shop mit ERP-Anbindung: CHF 8’000 bis 15’000 und mehr
Der Schweizer Durchschnitt für eine mittelgrosse Unternehmenswebsite liegt bei CHF 3’500 bis 8’000. Hosting ab CHF 4.95 pro Monat kommt dazu. Bei vielen Schweizer Anbietern, auch bei uns, ist das Hosting im ersten Jahr inklusive.
Was den Preis wirklich beeinflusst
Die Preisspanne zwischen zwei Websites derselben Kategorie kann schnell bei Faktor 3 liegen. Warum? Weil “Website” sehr unterschiedliche Dinge bedeuten kann. Diese sechs Stellschrauben machen in der Praxis fast den gesamten Preisunterschied aus.
Seitenanzahl und Struktur
Je mehr Unterseiten, desto mehr Design-, Text- und SEO-Arbeit. Eine Faustregel: Jede Unterseite über das Basispaket hinaus kostet zwischen CHF 200 und CHF 400. Bei 15 bis 25 Seiten addiert sich das schnell auf mehrere tausend Franken.
Individualität des Designs
Template-basiertes Design (fertige WordPress-Themes mit minimalen Anpassungen) ist günstig und schnell. Individuell gezeichnetes Design mit eigener Handschrift kostet mehr, weil mehrere Entwurfsrunden, eigene Komponenten und sorgfältige Umsetzung Zeit brauchen. Der Unterschied kann bei 30 bis 50 Prozent des Projektbudgets liegen.
Mehrsprachigkeit
Die Schweiz ist mehrsprachig, und das sieht man an den Projektpreisen. Jede zusätzliche Sprache bedeutet rund 40 bis 60 Prozent Aufpreis. Nicht nur wegen der Übersetzung, sondern weil Navigation, SEO-Profile pro Sprache, sprachspezifische URLs und der Pflegeprozess komplexer werden.
Funktionen und Integrationen
Kontaktformular und Newsletter-Anbindung sind meist Standard. Aber sobald Sie CRM-Integration (Bexio, Hubspot), Terminbuchung (Calendly, OneDoc), Zahlungs-Gateway (Saferpay, Twint) oder Mitgliederbereich hinzufügen, erhöht sich der Aufwand je Integration um CHF 300 bis CHF 2’000.
Inhalte (Texte und Bilder)
Das ist die am häufigsten unterschätzte Position. Wenn Sie Texte und Bilder liefern, sparen Sie Kosten. Wenn die Agentur Texte schreibt, kommen CHF 100 bis 250 pro Seite hinzu. Ein professioneller Fotoshoot-Tag liegt bei CHF 800 bis 1’500. Ein neues Logo kostet CHF 600 bis 1’500.
SEO-Optimierung
Grundoptimierung (Title-Tags, Meta-Beschreibungen, Sitemap, Schema-Daten) ist bei seriösen Agenturen inklusive. Tiefere SEO-Pakete mit Keyword-Strategie, Content-Plan und Linkaufbau sind Zusatzleistungen und beginnen bei CHF 490 pro Monat.
Versteckte Kosten, die oft vergessen werden
Der sichtbare Projektpreis ist nur ein Teil der Gesamtkosten. Diese vier Posten fehlen in günstigen Offerten auffällig oft.
Monatliche Plattform-Gebühren
Baukasten-Systeme wie Wix, Jimdo oder Squarespace kosten scheinbar nur CHF 15 bis 40 pro Monat. Über 5 Jahre summiert sich das auf CHF 900 bis 2’400. Und: Sie sind an die Plattform gebunden, ein Export Ihrer Website ist meist unmöglich.
Plugin-Lizenzen
Viele Agenturen verkaufen WordPress-Sites mit 30 oder mehr Plugins, die jährliche Lizenzen brauchen. Premium-Plugins kosten typischerweise CHF 50 bis CHF 300 pro Jahr pro Lizenz. Bei einer Plugin-schweren Website summiert sich das schnell auf CHF 500 bis 1’500 jährlich.
Wartung und Updates
Eine WordPress-Website ohne regelmässige Updates wird nach 6 bis 12 Monaten zum Sicherheitsrisiko. Wartungspakete starten bei rund CHF 95 pro Monat und umfassen Updates, Backups und Monitoring. Ohne Paket rechnen Agenturen oft CHF 110 bis 150 pro Stunde ad-hoc ab, wenn etwas schiefgeht.
Weiterentwicklung
Eine neue Unterseite, ein angepasstes Formular, ein Saisonangebot. Rechnen Sie im Schnitt CHF 500 bis 1’500 pro Jahr für laufende Anpassungen ein. In Offerten wird das fast nie erwähnt, weil es die Gesamtkosten erhöht.
Warum Schweizer Webdesign mehr kostet als ausländisches
Vergleiche mit Anbietern aus Deutschland, Polen oder Asien fallen auf den ersten Blick dramatisch aus: dort sind Websites oft 40 bis 70 Prozent günstiger. Vier Gründe, warum sich der Schweizer Preis trotzdem lohnt.
Lohnniveau: Ein Schweizer Webdesigner oder Entwickler verdient 2 bis 3-mal mehr als Kollegen in Osteuropa. Bei gleicher Arbeitsleistung spiegelt sich das direkt im Projektpreis.
DSG-Compliance: Seit 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz. Datenschutzerklärung, Cookie-Banner mit Einwilligungsmanagement, Auftragsverarbeitungsverträge: all das kommt zur reinen Entwicklung hinzu und muss rechtlich sitzen.
Lokale Erreichbarkeit: Schweizer Kunden erwarten deutschsprachigen Support, kurze Wege, Rechnung in CHF, Schweizer Bankverbindung. Zeit, die sich in einer internationalen Standard-Produktion einfach einsparen lässt.
Schweizer Hosting: DSG-konform, schneller für Schweizer Besucher, juristisch sicher. Etwas teurer als globale Cloud-Anbieter, dafür ohne CLOUD-Act-Risiko.
DIY oder Agentur? Ehrlich gerechnet
Baukasten-Tools wie Wix oder Jimdo versprechen: selber machen für CHF 15 pro Monat. Das klingt unschlagbar. Aber wer 5 Jahre rechnet, bekommt ein ehrlicheres Bild.
Ein Baukasten-Abo für 5 Jahre kostet typisch CHF 900 bis CHF 2’400. Dazu kommt Ihre eigene Arbeitszeit: realistisch 40 bis 80 Stunden für Einarbeitung, Aufbau und Pflege. Wenn Sie Ihre Stunde auf CHF 80 ansetzen (Selbstständige zahlen sich selten mehr), kommen nochmals CHF 3’200 bis 6’400 dazu.
Eine professionelle KMU-Website bei einer Schweizer Agentur liegt einmalig bei CHF 1’500 bis 4’000, plus Hosting ab CHF 5 pro Monat (im ersten Jahr meist inklusive). Über 5 Jahre gerechnet, kommen Sie also auf CHF 1’800 bis 4’600.
Rein finanziell ist die Agentur in den meisten Fällen günstiger, sobald Sie die eigene Zeit ehrlich bewerten. Kommt dazu: bessere SEO-Basis, bessere Performance, keine Plattform-Bindung, bessere Sichtbarkeit bei Google.
Baukasten macht Sinn bei Hobby-Projekten, Vereinen mit Null-Budget oder Zwischenlösungen, die in spätestens 2 Jahren ersetzt werden. Für ein Unternehmen, das über seine Website Kunden gewinnen will, ist die Agentur fast immer die wirtschaftlichere Wahl.
Wie kommen Sie zu einem konkreten Preis?
Jede gute Agentur startet mit einem kostenlosen Erstgespräch (30 bis 45 Minuten). Danach bekommen Sie innerhalb von 2 bis 3 Werktagen eine schriftliche Offerte mit Fixpreis, Leistungsumfang und Zeitplan.
Damit das Gespräch produktiv wird, bringen Sie idealerweise mit:
- Ziel der Website in 1 bis 2 Sätzen. Was soll ein Besucher nach dem Besuch tun?
- Budget-Rahmen. Offen kommuniziert, nicht versteckt. Das spart beiden Seiten Zeit.
- 2 bis 3 Referenz-Websites, die Ihnen gefallen oder nicht gefallen. Visuell und inhaltlich.
- Ungefähre Seitenanzahl. Startseite plus wie viele Unterseiten?
- Besondere Funktionen. Shop, Terminbuchung, Mehrsprachigkeit, Mitgliederbereich?
Wer diese fünf Punkte klar beantworten kann, bekommt innerhalb einer Woche eine Offerte, die realistisch und belastbar ist.
Zwischenschritt: Preis selbst kalkulieren
Wenn Sie den Rahmen vor dem Erstgespräch einschätzen wollen, hilft ein Online-Kalkulator. Sie klicken Seitenanzahl, Design-Niveau und Zusatzfunktionen zusammen und sehen direkt einen Richtpreis. Das ist keine finale Offerte, aber ein ehrlicher Ausgangspunkt. Wir bieten einen solchen Webdesign-Kalkulator direkt auf unserer Webdesign-Seite an.
Danach geht es ins Erstgespräch, dort finalisieren wir Umfang, Zeitrahmen und Preis.
Wo anfangen?
Wenn Sie heute eine konkrete Entscheidung treffen wollen: Beantworten Sie die fünf Fragen oben für sich schriftlich. Rechnen Sie den 5-Jahres-DIY-Aufwand ehrlich gegen die Agentur-Offerte. Und holen Sie sich zwei bis drei Offerten, idealerweise von Agenturen, die Ihnen regional nah sind oder die Ihre Branche kennen.
Der grösste Fehler ist, den Anbieter rein über den tiefsten Preis auszuwählen. Der zweitgrösste: zu lange warten, bis der Entscheid gefällt wird, während die aktuelle Website weiter Kunden kostet.